Zum Inhalt springen
Zurück zu den Ratgebern
Ratgeber Stand: Oktober 2026 8 Min. Lesezeit

Drittanbieter auf deiner Website: was wann lädt

Viele Websites laden Teile ihrer Seiten von Servern anderer Unternehmen. Hier steht, welche Dienste typisch sind, warum es wichtig ist, ob sie vor oder nach der Einwilligung laden, wie du siehst, was deine Website lädt, und welche Alternativen es gibt.

Der rechtliche Teil dieses Textes ist keine Rechtsberatung
Er fasst die Regeln der EU sowie Deutschlands und Polens zum Speichern und Auslesen von Informationen auf den Geräten der Besucher in einfachen Worten zusammen. In anderen Ländern können nationale Regeln abweichen. Stand: 30. Oktober 2026. Gesetze und Urteile ändern sich. Wenn du unsicher bist, frag eine Anwältin, einen Anwalt oder die Datenschutzaufsicht.

Was ein Drittanbieter-Dienst ist

Ein Drittanbieter-Dienst ist alles, was deine Seite von einem Server lädt, der nicht dir gehört. In deiner Seite steht die Adresse, und der Browser des Besuchers holt die Datei direkt von diesem Server: eine Schrift, ein Skript, einen Videoplayer, eine Karte, ein Chatfenster. Dafür muss sich der Browser mit dem fremden Server verbinden. Dieser Server erhält deshalb die IP-Adresse des Besuchers und meist auch die Adresse deiner Website. Manche Dienste setzen oder lesen außerdem Cookies oder ähnliche Daten im Browser.

Eine Webseite in der Mitte mit Linien zu vier fremden Servern. Drei durchgezogene Linien laden sofort beim Öffnen, eine gestrichelte Linie wartet, bis der Besucher einwilligt.
Eine Seite, mehrere Server: Jede Linie ist eine Anfrage aus dem Browser des Besuchers.

Typische Dienste

Typische Arten von Drittanbieter-Diensten
Schriften
Webschriften von einem Schriftendienst
Analyse und Tag-Manager
Besucherstatistik; ein Tag-Manager kann weitere Werkzeuge laden
Videos und Karten
Eingebettete Videoplayer und Kartenrahmen
Chat und soziale Netzwerke
Chatfenster, Teilen-Schaltflächen, eingebettete Beiträge
CDNs und Bibliotheken
Skripte und Stylesheets von gemeinsam genutzten Servern
Consent-Tools
Cookie-Banner, oft vom Anbieter geladen
Beispiele, keine vollständige Liste.

Die Liste ist nicht vollständig. Tag-Manager sind ein Sonderfall: Sie sind ein einziges Skript, können aber viele weitere Dienste laden, die du im HTML nicht siehst. Auch Consent-Tools sind oft selbst Drittanbieter.

Warum der Zeitpunkt des Ladens zählt

Alles, was im HTML deiner Seite steht, lädt sofort beim Öffnen, noch bevor der Besucher im Cookie-Banner etwas angeklickt hat. Nach einer Wahl kommen nur die Dienste hinzu, die die Seite zurückgehalten hat. Das Schema zeigt die Reihenfolge.

Vom Seitenaufruf bis zur Einwilligung
Aufruf
Der Browser fragt deinen Server nach der Seite.
HTML kommt an
Dein Server schickt das HTML, manchmal mit ersten Cookies.
Anfragen an Drittanbieter
Der Browser lädt, was im HTML steht, auch von fremden Servern. Jeder erhält die IP-Adresse.
Skripte laden nach
Skripte wie Tag-Manager können weitere Dienste laden.
Wahl im Banner
Der Besucher stimmt zu oder lehnt ab.
Zurückgehaltene Dienste
Erst jetzt lädt die Seite, was sie bis zur Einwilligung zurückgehalten hat.
Schritt 3 und 4 passieren, bevor der Besucher im Banner gewählt hat.

Was die Regeln sagen

  • EU: Nach Art. 5 Abs. 3 der Richtlinie 2002/58/EG (Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation) ist das Speichern von Informationen im Endgerät eines Nutzers oder der Zugriff auf dort schon gespeicherte Informationen nur erlaubt, wenn er auf der Grundlage klarer und umfassender Informationen eingewilligt hat. Ausnahmen: Der alleinige Zweck ist die Übertragung einer Nachricht, oder es ist unbedingt erforderlich für einen Dienst, den der Nutzer ausdrücklich gewünscht hat.
  • Deutschland: § 25 TDDDG ist genauso aufgebaut. Speichern und Zugriff sind nur mit Einwilligung auf der Grundlage klarer und umfassender Informationen zulässig, Information und Einwilligung richten sich nach der DSGVO. Die beiden Ausnahmen stehen in Absatz 2.
  • Polen: Art. 399 des Gesetzes über elektronische Kommunikation vom 12. Juli 2024 (Prawo komunikacji elektronicznej) verlangt, dass der Nutzer vorher unter anderem über den Zweck informiert wird und dann zustimmt. Das gilt nicht, wenn Speichern oder Zugriff für die Übertragung einer Nachricht oder für einen vom Nutzer verlangten Dienst nötig sind. Das Gesetz sagt selbst, dass es die Richtlinie 2002/58/EG umsetzt.
  • DSGVO: Erwägungsgrund 30 nennt IP-Adressen und Cookie-Kennungen als Beispiele für Online-Kennungen, die natürlichen Personen zugeordnet werden können. Eine Online-Kennung ist eines der Beispiele in der Begriffsbestimmung „personenbezogene Daten“ in Art. 4 Nr. 1.
Cookies und IP-Adressen sind zwei Fragen
Die Regeln oben betreffen das Speichern und Auslesen von Informationen auf dem Gerät, etwa Cookies. Ein Dienst, der nur die IP-Adresse erhält, setzt vielleicht gar kein Cookie. Ob sein Laden eine Einwilligung oder eine andere Rechtsgrundlage braucht, ist eine Frage der DSGVO, die diese Vorschriften nicht direkt beantworten. Dieser Ratgeber entscheidet sie nicht. Lass sie von jemandem prüfen, der rechtlich berät.

So siehst du, was deine Website lädt

  1. 1Öffne deine Seite in einem privaten Fenster, damit keine frühere Einwilligung gespeichert ist. Klick den Cookie-Banner noch nicht an.
  2. 2Öffne die Entwicklertools deines Browsers und wechsle in den Reiter „Netzwerk“. Lade die Seite neu. Jede Anfrage erscheint mit dem Server, an den sie ging.
  3. 3Sortiere oder filtere die Liste nach Domain. Jeder Server außerhalb deiner eigenen Domain ist ein Drittanbieter. Notiere den Dienst, die Art der Datei und ob sie schon vor deiner Wahl im Banner erscheint.
  4. 4Öffne den Reiter „Anwendung“ oder „Speicher“. Dort siehst du, welche Cookies und Speichereinträge es vor deiner Wahl gibt.
  5. 5Lehne im Banner alles ab, lade neu und vergleiche. Stimme dann allem zu und vergleiche noch einmal. Dienste, die vor jeder Wahl oder nach einer Ablehnung erscheinen, solltest du dir genauer ansehen.
  6. 6Wiederhole das für die wichtigsten Arten von Seiten: Startseite, eine Produkt- oder Artikelseite, das Kontaktformular und Seiten mit Videos oder Karten.

Was ein statischer Scan sieht und was nicht

Statischer Scan und Test im Browser
Ein statischer Scan sieht
  • Skripte, Stylesheets, Schriften, Rahmen und Bilder, die im HTML stehen
  • Preconnect- und Preload-Hinweise auf fremde Server
  • Code, der mit einem Consent-Attribut zurückgehalten wird
  • Bekannte Consent-Tools im Code der Seite
Nur der Test im Browser zeigt
  • Dienste, die ein Skript oder Tag-Manager später nachlädt
  • Schriften und Dateien, die eine externe CSS-Datei lädt
  • Ob das Consent-Tool ihn wirklich erst nach der Einwilligung freigibt
  • Cookies und Speichereinträge im Browser

Ein statischer Scan liest das HTML, das dein Server ausliefert. Er ist schnell und leicht zu wiederholen, deshalb eignet er sich als erster Blick und als Kontrolle nach jeder Änderung. Den Rest zeigt der Test im Browser.

Alternativen, die weniger laden

  • Schriften: Leg die Schriftdateien auf deinen eigenen Server, statt sie von einem Schriftendienst zu laden. Prüf vorher die Lizenz der Schrift. Vergiss nicht die Schriften, die ein Theme, ein Plugin oder eine CSS-Datei lädt.
  • Videos und Karten: Nutze „erst nach Klick laden“. Die Seite zeigt zuerst ein Vorschaubild von deinem eigenen Server und einen kurzen Hinweis. Player oder Karte laden erst, wenn der Besucher klickt. Auch eine datenschutzfreundliche Videoadresse lädt Dateien von den Servern des Videoanbieters.
  • Chat: Lade das Chatfenster erst, wenn der Besucher es öffnet, oder biete stattdessen ein Kontaktformular auf deinem eigenen Server an.
  • Skripte und Bibliotheken aus einem CDN: Leg eine Kopie auf deinen eigenen Server. Behältst du ein CDN aus guten Gründen, behandle es wie jeden anderen Drittanbieter.
  • Analyse: Ein Werkzeug, das auf deinem eigenen Server läuft, ist technisch kein Drittanbieter. Welche Daten es erfasst und ob du eine Einwilligung brauchst, musst du trotzdem prüfen.

Mit Do4U arbeiten

Der Drittanbieter-Check zeigt, welche fremden Server eine Seite kontaktiert und welche Dienste dahinterstehen. Du gibst die Adresse einer Seite an oder fügst ihr HTML ein. Do4U liest das HTML, das der Server ausliefert, und findet fremde Server in Skripten, Stylesheets, Preconnect- und Preload-Hinweisen, Bildern, Rahmen, Videos, Formularen, Meta-Tags und im Code der Seite. Jeden gleicht es mit einer Liste bekannter Dienste und dem Unternehmen dahinter ab und zeigt, wie er eingebunden ist: direkt geladen, vorab verbunden, im Code der Seite oder bis zur Einwilligung zurückgehalten. Außerdem siehst du, ob ein bekanntes Consent-Tool eingebunden ist. Der Check läuft ohne KI und ist kostenlos. Er führt kein JavaScript aus. Für Dienste, die Skripte später nachladen, ergänzt du deshalb den Test im Browser.

Do4U findet Hinweise, du prüfst und entscheidest. Das Ergebnis sagt nicht, ob ein Dienst erlaubt ist.

Quellen