Website übersetzen: URLs, hreflang und Prüfung
Eine übersetzte Website braucht mehr als übersetzten Text: eine Adresse je Sprache, hreflang, das lang-Attribut, ein Glossar und eine Prüfung vor dem Veröffentlichen.
Eine Adresse je Sprache
Gib jeder Sprachfassung einer Seite eine eigene URL, zum Beispiel example.com/de/ und example.com/pl/. Google empfiehlt getrennte URLs, statt die Sprache auf derselben Adresse über Cookies oder Browsereinstellungen zu wechseln. Unterordner, Subdomains oder Länderdomains gehen alle; URL-Parameter wie ?lang=de empfiehlt Google nicht. Die Sprache einer Seite erkennt Google am sichtbaren Inhalt. Halte Text und Navigation einer Seite deshalb in einer Sprache.
hreflang: die Fassungen verbinden
Mit hreflang sagst du Suchmaschinen, welche Seiten zusammengehören: mit link-Elementen im head der Seite, einem HTTP-Header oder der Sitemap. Für Google sind die drei Wege gleichwertig, einer genügt. Ein Beispiel für eine Seite auf Englisch, Deutsch und Polnisch:
<link rel="alternate" hreflang="en" href="https://example.com/en/prices/" />
<link rel="alternate" hreflang="de" href="https://example.com/de/preise/" />
<link rel="alternate" hreflang="pl" href="https://example.com/pl/ceny/" />
<link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://example.com/en/prices/" />- Derselbe Block steht auf allen drei Seiten. Jede Fassung nennt sich selbst und alle anderen; verweist B nicht auf A zurück, ignoriert Google die Angaben.
- Nimm vollständige Adressen mit https://, nicht nur /de/preise/.
- Der Sprachcode folgt ISO 639-1 (de, pl), auf Wunsch mit einer Region nach ISO 3166-1 Alpha 2, etwa de-AT. Ein Ländercode allein ist ungültig.
- x-default nennt die Seite für Besucher, deren Sprache zu keiner deiner Fassungen passt. Google hat es für Seiten zur Sprachauswahl gedacht; viele Websites nehmen ihre Hauptfassung.
Das lang-Attribut
Setze die Sprache der Seite am html-Element, zum Beispiel lang="de". Eine Passage in einer anderen Sprache bekommt ein eigenes lang-Attribut am Element um sie herum. Laut W3C nutzen Sprachausgabe, Braille-Übersetzung, Rechtschreibprüfung, Schriftwahl und Silbentrennung diese Angabe. Google dagegen schreibt, dass es weder hreflang noch das lang-Attribut nutzt, um die Sprache einer Seite zu erkennen. Das Attribut dient also Browsern und Hilfsmitteln, und der sichtbare Text muss in der richtigen Sprache sein.
Was nicht übersetzt wird
- HTML-Tags und Attribute: Ein übersetzter Klassenname oder ein übersetztes href zerstört Layout oder Link.
- Platzhalter wie {name}, {{count}}, %s oder %1$d. Sie bleiben genau so stehen und kommen genau einmal vor.
- URLs, Dateinamen, E-Mail-Adressen, Code und Shortcodes wie [contact-form].
- Schlüssel in Sprachdateien wie checkout.button.pay. Übersetzt werden nur die Werte.
- Marken- und Produktnamen, außer du hast dich bewusst für einen lokalen Namen entschieden.
Sprachdateien: .po, JSON und XLIFF
Apps, Themes und Plugins halten ihre Texte in Sprachdateien. In gettext-.po-Dateien hat jeder Eintrag ein msgid (die Quelle) und ein msgstr (die Übersetzung); die Kopfzeile Plural-Forms sagt, wie viele Pluralformen die Sprache hat. Polnisch braucht drei, Deutsch zwei. In i18n-JSON-Dateien bleiben die Schlüssel, nur die Werte ändern sich. XLIFF speichert Quelle und Ziel nebeneinander, mit IDs und Notizen, die erhalten bleiben müssen.
Ein Glossar für Marken- und Produktbegriffe
Leg vor der ersten Übersetzung fest, welche Begriffe bleiben, wie sie sind (Marke, Produkt- und Tarifnamen), und welche immer gleich übersetzt werden. Schreib die Anrede dazu: du oder Sie, im Polnischen ty oder Pan/Pani. So bleiben Schaltflächen, Produktseiten und E-Mails einheitlich.
Maschinelle Übersetzung: Entwurf, dann Muttersprachler
Eine maschinelle Übersetzung liefert schnell einen ersten Entwurf, keinen fertigen Text. Googles Spamrichtlinien nennen als ein Beispiel für massenhaft erstellte Inhalte (scaled content abuse) kopierte Inhalte, die durch automatisches Übersetzen zu vielen Seiten werden, die Nutzern wenig bringen. Das Problem sind dort Massenseiten ohne Nutzen, nicht das Übersetzen an sich. Außerdem schreibt Google, dass es eine schlechte Erfahrung ergibt, nur Menü und Fußzeile zu übersetzen, während der Hauptinhalt in einer Sprache bleibt. Plane eine Prüfung durch einen Muttersprachler ein:
- 1Lies den Text auf der Seite, nicht nur in einer Tabelle. Der Zusammenhang ändert die Bedeutung.
- 2Prüfe Zahlen, Daten, Preise, Einheiten und Kontaktangaben.
- 3Prüfe die Begriffe aus dem Glossar und die Anrede.
- 4Prüfe kurze Texte: Schaltflächen, Menüpunkte und Fehlermeldungen werden oft länger oder mehrdeutig.
Besucher nicht automatisch umleiten
Google rät von automatischen Weiterleitungen nach vermuteter Sprache oder vermutetem Standort ab, etwa nach IP-Adresse oder Browsersprache: Sie können Menschen und Suchmaschinen davon abhalten, alle Fassungen zu sehen. Setz auf jede Seite einen sichtbaren Sprachumschalter, der auf dieselbe Seite in den anderen Sprachen verlinkt, und lass die Leute wählen.
Mit Do4U arbeiten
HTML übersetzen lässt Tags, Links, Attribute und Platzhalter unverändert und prüft danach die Struktur; das Glossar deines Kontos hält Marken- und Produktnamen so, wie du sie willst. Das Werkzeug Sprachdateien übersetzen macht dasselbe für .po-, JSON- und XLIFF-Dateien und baut die Pluralformen der Zielsprache. Das Werkzeug Übersetzen arbeitet mit reinem Text und nennt unklare Stellen als Hinweise.
Do4U baut den Entwurf, du prüfst und entscheidest. Lass ihn vor dem Veröffentlichen von einem Muttersprachler lesen. Eine Übersetzung ist kein Versprechen für mehr Besucher.
Quellen
- Google Search Central: Google über lokalisierte Versionen deiner Seite informieren (Seite aktualisiert am 21. September 2026, englisch) (developers.google.com)
- Google Search Central: Mehrsprachige und länderspezifische Websites verwalten (Seite aktualisiert am 10. Dezember 2025, englisch) (developers.google.com)
- W3C Internationalization: Warum das Sprachattribut verwenden? (aktualisiert am 5. September 2025, englisch) (www.w3.org)
- Google Search Central: Spamrichtlinien für die Google-Websuche (Seite aktualisiert am 28. August 2026, englisch) (developers.google.com)