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Ratgeber Stand: Oktober 2026 8 Min. Lesezeit

KI-Inhalte kennzeichnen: Chatbots, Bilder und Texte

Seit dem 2. August 2026 verlangt die KI-Verordnung der EU in einigen Fällen klare Hinweise: wenn Menschen mit einer KI chatten, ein realistisches KI-Bild oder -Video sehen oder einen KI-Text zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse lesen. Hier steht, wer was tun muss, und du bekommst kurze Hinweistexte zum Kopieren.

Dieser Text ist keine Rechtsberatung
Er erklärt Artikel 50 der KI-Verordnung der EU in einfachen Worten. Er beschreibt EU-Recht sowie deutsches und polnisches Recht; in anderen Ländern können nationale Regeln abweichen. Stand: 30. Oktober 2026. Wenn du nicht sicher bist, frag eine Anwältin oder einen Anwalt.

Was Artikel 50 verlangt und seit wann

Artikel 50 der KI-Verordnung (EU) 2024/1689 gilt seit dem 2. August 2026 (Artikel 113). Die Verordnung (EU) 2026/1744 hat dieses Datum beibehalten und eine Übergangsregel ergänzt: Anbieter von KI-Systemen, die synthetische Inhalte erzeugen und vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden, haben bis zum 2. Dezember 2026 Zeit für die maschinenlesbare Kennzeichnung (Artikel 111 Absatz 4).

Artikel 50 unterscheidet zwei Rollen. Anbieter entwickeln ein KI-System oder lassen es entwickeln und bringen es unter eigenem Namen in Verkehr. Betreiber verwenden ein KI-System in eigener Verantwortung, außer im Rahmen einer persönlichen und nicht beruflichen Tätigkeit. Bindest du einen Chatbot-Dienst oder einen Bildgenerator in deine Website ein, ist meist das Unternehmen hinter dem Dienst Anbieter und du Betreiber. Baust du den Chatbot selbst oder bietest ihn unter deinem Namen an, kannst du Anbieter sein.

Welcher Fall, welche Pflicht
Fall
  • Ein Chatbot oder Sprachassistent spricht mit Besuchern
  • Ein Werkzeug erzeugt Bilder, Töne, Videos oder Texte
  • Du veröffentlichst ein realistisches KI-Bild, -Audio oder -Video (Deepfake)
  • Der Deepfake gehört zu einem offensichtlich künstlerischen, satirischen oder fiktionalen Werk
  • Du veröffentlichst einen KI-Text, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren
  • Emotionserkennung oder biometrische Kategorisierung
Pflicht nach Artikel 50
  • Abs. 1, Anbieter: Menschen erfahren, dass sie mit einem KI-System interagieren, außer es ist offensichtlich
  • Abs. 2, Anbieter: Die Ausgabe ist maschinenlesbar gekennzeichnet
  • Abs. 4, Betreiber: offenlegen, dass es künstlich erzeugt oder manipuliert ist
  • Abs. 4, Betreiber: offenlegen, dass es solche Inhalte gibt, ohne das Werk zu beeinträchtigen
  • Abs. 4, Betreiber: offenlegen, außer ein Mensch hat ihn geprüft und jemand trägt die redaktionelle Verantwortung
  • Abs. 3, Betreiber: die betroffenen Personen informieren (nicht Thema dieses Ratgebers)
Kurzfassung von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689. Die Ausnahmen für die Strafverfolgung sind weggelassen.

Chatbots: sagen, dass eine KI antwortet

Artikel 50 Absatz 1: KI-Systeme, die direkt mit Menschen interagieren, müssen so gestaltet sein, dass die Menschen erfahren, dass sie mit einem KI-System interagieren, außer es ist für eine angemessen informierte, aufmerksame und verständige Person offensichtlich. Das ist Pflicht des Anbieters. Als Betreiber der Website wählst du den Dienst und seine Einstellungen, also prüf, ob der Chat klar sagt, dass eine KI antwortet. Ein menschlicher Vorname und ein Foto machen es weniger offensichtlich, dass eine Maschine spricht.

Bilder, Töne und Videos: Deepfakes

Ein Deepfake ist ein durch KI erzeugter oder manipulierter Bild-, Ton- oder Videoinhalt, der wirklichen Personen, Gegenständen, Orten, Einrichtungen oder Ereignissen ähnelt und einer Person fälschlicherweise als echt oder wahrheitsgemäß erscheinen würde (Artikel 3 Nummer 60). Betreiber müssen offenlegen, dass solche Inhalte künstlich erzeugt oder manipuliert wurden. Bei einem offensichtlich künstlerischen, kreativen, satirischen oder fiktionalen Werk genügt ein Hinweis auf solche Inhalte, der die Darstellung oder den Genuss des Werks nicht beeinträchtigt (Artikel 50 Absatz 4).

Ein realistisches KI-Foto eines Teams, das es nicht gibt, oder eines Produkts an einem echten Ort kann unter diese Beschreibung fallen. Eine erkennbar gezeichnete Illustration wirkt meist nicht echt. Entscheide im Einzelfall, und im Zweifel kennzeichne.

Maschinenlesbare Kennzeichnung

Nach Artikel 50 Absatz 2 kennzeichnen Anbieter von Systemen, die synthetische Töne, Bilder, Videos oder Texte erzeugen, die Ausgabe maschinenlesbar, außer bei Werkzeugen, die nur bei der Standardbearbeitung helfen. Was du tun kannst: Behalte diese Metadaten. Google beschreibt das IPTC-Feld DigitalSourceType mit dem Wert trainedAlgorithmicMedia für KI-Bilder und kann C2PA-Angaben in der Funktion „Über dieses Bild“ zeigen. Für das Merchant Center verlangt Google diesen IPTC-Wert bei KI-Produktbildern. Prüfe, ob dein Bildoptimierer die Metadaten behält.

KI-Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse

Betreiber, die einen KI-erzeugten oder manipulierten Text veröffentlichen, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren, müssen das offenlegen. Die Pflicht gilt nicht, wenn der Text menschlich überprüft oder redaktionell kontrolliert wurde und eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung trägt (Artikel 50 Absatz 4 Unterabsatz 2). Artikel 50 definiert nicht, was Angelegenheiten von öffentlichem Interesse sind. Ob ein Blogbeitrag darunter fällt, hängt vom Inhalt ab.

KI-Text zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse
Hat ein Mensch den KI-Text geprüft oder bearbeitet, und trägt eine Person oder ein Unternehmen die redaktionelle Verantwortung dafür?
Ja
Die Offenlegungspflicht für Texte aus Artikel 50 Absatz 4 gilt nicht. Ein kurzer Hinweis für deine Leser ist trotzdem möglich.
Nein
Leg offen, dass der Text von KI erzeugt oder manipuliert wurde, klar und spätestens dann, wenn Menschen ihn zum ersten Mal sehen.
Nur für Texte, die veröffentlicht werden, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren. Eine Arbeitsfrage, keine rechtliche Prüfung.

Wann und wie der Hinweis erscheint

Die Information muss klar und eindeutig spätestens bei der ersten Interaktion oder Aussetzung gegeben werden und den geltenden Barrierefreiheitsanforderungen entsprechen (Artikel 50 Absatz 5). In der Praxis:

  • Chat: in der ersten Nachricht, bevor der Besucher etwas tippt.
  • Bild: direkt am Bild, als sichtbares Label oder Bildunterschrift, und wo es hilft im Alt-Text.
  • Video und Audio: am Anfang und noch einmal in der Beschreibung.
  • Text: unter der Überschrift, nicht nur am Seitenende, als echter Text mit genug Kontrast.

Vorlagen zum Anpassen

Ersetze die Teile in eckigen Klammern. Die Vorlagen sind Beispiele. Ob eine Pflicht für dich gilt, entscheiden sie nicht. Chatbot, erste Nachricht:

Hallo, hier antwortet [Name], der KI-Assistent von [Firma].
Ich bin ein KI-System, kein Mensch, und kann mich irren.
Für ein Gespräch mit einem Menschen schreib „Team“ oder ruf [Telefonnummer] an.

Label für ein realistisches KI-Bild oder -Video:

Mit KI erzeugtes Bild
Dieses Video wurde mit KI erstellt. Die gezeigten Personen sind nicht echt.

Hinweis für ein künstlerisches, satirisches oder fiktionales Werk, zum Beispiel im Abspann:

Einige Szenen dieses Videos wurden mit KI erstellt.

Hinweise für KI-Texte, geprüft und nicht geprüft:

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI entworfen. [Name] aus unserer Redaktion hat ihn geprüft, bearbeitet und verantwortet den Inhalt.
Dieser Text wurde mit KI erzeugt und von keinem Menschen geprüft.
Drei Felder: ein Chatfenster, dessen erste Antwort ein kleines gelbes Funkensymbol trägt, ein Landschaftsbild mit einem kleinen Abzeichen in der Ecke und ein Artikel mit einer hervorgehobenen Hinweiszeile unter der Überschrift.
Der Hinweis gehört dorthin, wo Menschen dem Inhalt begegnen: in den Chat, an das Bild, über den Text.

Bußgelder und nationale Regeln

Die Mitgliedstaaten legen die Sanktionen fest und berücksichtigen dabei die Interessen kleiner und mittlerer Unternehmen (Artikel 99 Absatz 1). Verstöße gegen die Transparenzpflichten aus Artikel 50 können mit Geldbußen von bis zu 15 Millionen Euro oder, bei Unternehmen, bis zu 3 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden, je nachdem, welcher Betrag höher ist (Artikel 99 Absatz 4). Welche Behörde in Deutschland oder Polen zuständig ist, behandelt dieser Ratgeber nicht.

Mit Do4U arbeiten

KI-Hinweise nach der KI-Verordnung liest die Adresse einer Seite oder eingefügtes HTML und stellt drei kurze Fragen: Nutzt du einen Chatbot, veröffentlichst du KI-Bilder oder -Videos, und veröffentlichst du KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse? Der Code sucht Chat-Widgets bekannter Dienste, Spuren von KI-Medien im HTML und vorhandene KI-Hinweise. Die KI ordnet ein, welche Fälle wahrscheinlich gelten, mit Absatz und Grund, und schreibt kurze Hinweistexte. Der Code baut das HTML für einen sichtbaren Hinweis. Einen Chat, den ein Skript später lädt, sieht er nicht, und Bild- oder Videodateien öffnet er nie.

Do4U findet Hinweise und baut Entwürfe. Es sagt nie, dass deine Website die KI-Verordnung erfüllt. Du prüfst jeden Punkt und entscheidest.

Quellen